2007 – was bisher geschah

DD2007 Titel (by Ulrich van Stipriaan)Das Jahr fing gut an. Unscharf ausgedrückt sind wir einem Freund aufs Dach gestiegen – korrekt natürlich: Wir sind mit ihm aufs Flachdach seines Hauses gekrabbelt, um das neue Jahr zu begrüßen. Sowohl Sylke als auch ich hatten unsere Kameras nebst Stativ aufgebaut – was aber nix nützte, weil das Dach schon vor Verzückung bebte, wenn sich zwei der Mitfeiernden ihre Gläser zum Wohle aufeinander zu bewegten. Mit einem Haufen unscharfer Bilder liefen wir also irgendwann zwischen Tag und Traum nach Hause, was sehr schön war und im Nachhinein sogar als Zeichen gedeutet werden könnte. Nicht die Unschärfe der Fotos, sondern das Laufen – doch dazu später mehr. „2007 – was bisher geschah“ weiterlesen

Doch nicht so exzellent…

Es stand in der Zeitung (der Sächsischen): Die TU Dresden macht mit beim bundesweiten Wettbewerb, „Elite-Uni“ zu werden. Auf den TU-Seiten konnte man lesen: „Mitte September 2006 mussten die Anträge für Exzellenzcluster, Graduiertenschulen und Zukunftskonzepte der Hochschulen bei der DFG eingereicht werden. Die TU Dresden hat sich mit einem Exzellenzcluster, zwei Graduiertenschulen und einem so genannten Zukunftskonzept in der 3. Förderlinie beteiligt.“ Heute entschieden nun eine gemeinsame Kommission der DFG und des Wissenschaftsrates, welche Projekte zur Einreichung von Vollanträge aufgefordert werden – und da sieht es für die TU Dresden gar nicht gut aus, denn laut Pressemitteilung der DFG kommt die TU gar nicht vor.
In der zweiten Ausschreibungsrunde wurden sowohl neu eingereichte Antragsskizzen als auch Anträge aus der ersten Förderrunde beraten. Bis September 2006 waren bei der DFG insgesamt 261 neue Antragsskizzen von 70 Universitäten aus allen Bundsländern eingereicht worden: 118 Antragsskizzen für die Förderlinie Graduiertenschulen, 123 Antragsskizzen für die Förderlinie Exzellenzcluster und 20 Antragsskizzen für die Förderlinie Zukunftskonzepte. Hinzu kamen 16 Initiativen für Graduiertenschulen und 21 für Exzellenzcluster sowie sieben Zukunftskonzepte aus der ersten Runde. Insgesamt ging (geht…) es um viel Geld: Rund eine Milliarde Euro sind zu verteilen…

Von Chipude zum Garajonay (1): Fortaleza

Die Wanderung von Chipude (eigentlich dem Dorf Temocoda, da Chipude mehrere Dörfer umfasst) zum höchsten Berg Gomeras ist lang – aber nicht langweilig. Und selbst wenn der Garajonay mit 1487 Metern die höchste Erhebung der Insel ist: anstrengend ist es nicht, denn bis auf die Länge ist es eher eine gemütliche Wanderung ohne Schwierigkeiten.
In Chipude findet man als Leihwagenbesitzer Parkplätze, Busfahrer kommen mit öffentlichen Verkehrsmitteln ebenso dort ganz gut an. Die Kirche im Dorf, das als ältestes der Insel gilt, lohnt einen Besuch: Die Iglesia Nuestra Señora de la Candelaria stammt aus dem 17. Jahrhundert.
Dann geht’s los, zuerst quer durchs Dorf auf der Hauptstraße Richtung San Sebastian. In einer lang gezogenen Rechtskurve zeigt ein Schild den Weg an: Es geht links ab von der Straße, vorbei an einigen Häusern, die zumindest für Fotowütige die ersten Verzögerungen der Wanderung begründen.
Nach einiger Zeit, in der man immer mal wieder die eingangs gelaufene Straße quert, geht es bei Pavon an einer Trafo-Station ab Richtung Fortaleza.
Die Fortaleza de Chipude ist bei einer Wanderung im Südwesten von La Gomera unübersehbar – weniger wegen der Höhe von 1241 Metern als wegen der markanten Form: Der Tafelberg ragt schroff und – aus gebührender Entfernung betrachtet – wie ein Block aus dem Grün hervor. Wie die Roques ist auch dieser Tafelberg vulkanischen Ursprungs. Man kann – zumindest theoretisch – einen Abstecher unternehmen, aber da alle einschlägigen Wanderführer von Kraxeleien sprechen und Carsten die Angelegenheit eindrücklich bebildert hatte, fiel dieser aus. Offizielle Begründung: Zeitmangel.

Frohes Neues Jahr!

So this was 2006…
…and welcome 2007! Damit das neue Jahr seinen geordneten Gang gehen kann, gibt es drüben bei Flickr wieder einen Dresden-Kalender. Vom Set aus kann man jedes Blatt einzeln ausdrucken oder als Desktop-Hintergrund laden, aber auch ein Klick auf das Bild hier bringt Links zu den einzelnen Monaten.
Frohes neues Jahr!
Happy new Year!
Godt Nytt Ar!
Gelukkig nieuwjaar!
Bonne Année!
Feliz Año Nuevo!

Vom Wandern

Willst du eine Landschaft in ihrer Schönheit erfahren, musst du sie erlaufen, sagt Sylke immer. Das ist sehr schön formuliert – und es stimmt. Das Problem ist für einen Schreibtischhengst wie mich natürlich, dass Wandern im Churchill’schen Sinne Sport ist und ich eigentlich seiner No-Sports-Theorie bedingungslos folge. Doch wo die Liebe hinfällt…

…macht sogar das Wandern Spaß. Mal abgesehen davon, dass sich hier ganz neue Einkaufswelten erschließen, die nahezu alle mit dem Wort „Funktions…“ beginnen, erlebt man in der Tat eine Menge Dinge, die man so nicht für möglich gehalten hat.

Da ist zum Beispiel die Sache mit der Trittsicherheit und der Schwindelfreiheit, von der man (meist in dieser Kombination) in einschlägigen Wanderführern oft und gerne liest. Als Journalist ist mir Schwindelfreiheit natürlich fremd, mir wird schon schwummrig, wenn ich andere in der Nähe eines Abgrunds sehe. Wenn ich selbst schmale Wege, also solche mit weniger als 100 Zentimetern asphaltierter Breite, zu beschreiten habe, gibt es einige unbeschreibliche Symptome, die ich im Folgenden einmal zu beschreiben versuche.

Zuerst erwähnen sollte man das das „Immer-an-der-Wand-lang-Syndrom„. Das besagt, dass bei einem Abgrund rechts und einem nur leichten Halt (Wand, Stein, wasweißich) links man natürlich scharf links geht – und umgekehrt. Bei Wanderungen mit sich steil den Berg herauf- oder – noch schlimmer! – herabwindenden Steilkehren braucht man mithin mal die linke, mal die rechte Hand zum Abstützen. Wenn’s weder rechts noch links einen Halt gibt, ist das für Nichtschwindelfreie doof und führt zum frühkindlichen Krabbeln, aber das ist schon Teil des zweiten hier zu behandelnden Phänomens.

Das „Prinzip der kleinen Schritte“ ist nämlich nicht nur in der Politik beliebt, sondern auch ein Automatismus, der sich bei nicht schwindelfreien Wandergesellen einstellt, sobald es kritisch wird (kritisch ist ein anderes Wort für: es geht links oder rechts oder um Himmels Willen doch bitte nicht links und rechts steil runter). Aus forschem (hihi) Wanderschritt wird dann nämlich ein nahezu der Madame Butterfly ähnliches Trippeln: Sorgsam tasten sich die Füße voran, aber eben nur in ganz kleinen Schritten. Die kleinen Schritte, sorgsam bedacht und gesetzt, werden von kräftigem Klammern der jeweils wandnahen Hand begleitet. Und was ist, wenn es da nix zum Festhalten gibt? Dann geht es in den Duckmodus, der sozusagen eine reifere Version des frühhkindlichen Krabbelns darstellt.

Es versteht sich, dass einem (=mir) diese Gangart peinlich ist, weswegen ich erstens nie verraten würde, dass sowas möglich ist und zweitens immer als letzter wandere schleiche. Ganz schlimm ist es natürlich, wenn sich jemand von denen vor einem umdreht – fürsorglich gemeint, sicher, aber irgendwie auch belastend, weil er (oder sie) ja dann da ganze Elend sieht.

Wird der Weg wieder breiter und weniger abfallend, kommen der Mut und die Sicherheit übrigens schnell wieder zurück, und erst recht beim abendlichen Bier / Wein – da war’s dann, aus der Rückschau, alles gar nicht mehr so schlimm und ganz toll!

Zumindest offiziell, denn wenn die anderen dann erzählen, dass „heute es alles ganz harmlos war“, dann ist es wieder da, dieses mulmige Gefühl in der Magengegend, und man denkt sich, während man laut lachend „Genauuuuuu!“ juchzt: „Wenn ihr nur eine blasse Ahnung von meinen Ängsten hättet…“

Die Geschichte von Chi Gomera

Das ist die Geschichte von Chi Gomera, einem Hund aus Chipude auf La Gomera. Er begleitete uns einen Tag bei der Wanderung zum Garajonay und zurück.

Und plötzlich stand er neben mir. Ein Hund, der eindeutig kein Dackel war, aber genau so einen Blick aufsetzte. Er begrüßte mich wie einen alten Bekannten – wedelte mit dem Schwanz, freute sich, scharwenzelte um meine Beine.
Das war an einem Dienstag im November, kurz vor elf Uhr vor der Bar La Candelara in Chipude auf La Gomera. Ich stand am Kofferraum unseres Leihwagens und zurrte den Rucksack zurecht – es sollte zum Garajonay gehen, den höchsten Berg der Insel. Zuvor noch ein Blick auf die Kirche des 800-Seelen-Dorfes, das immerhin eine der ältesten Ortschaften der Insel ist.

Die Iglesia Nuestra Señora de la Candelaria stammt aus dem 17. Jahrhundert. Mein neuer Freund ließ es sich nicht nehmen, mich zu begleiten, als ich ein Foto der Kirche machen wollte…

Während ich die Kirche fotografierte, ließ sich der Hund gleich neben mir nieder, sah abwechselnd hoch und damit mich an und in die Richtung, in die ich fotografierte…

Als wir loswanderten (beziehungsweise, um ehrlich zu sein: den Einstieg in die Wanderung suchten, da war der Wanderführer nämlich nicht sehr eindeutig), sah der Hund abwechselnd Sylke und mich an, als ob er „Bütteeee, nehmt mich mit!“ sagen wollte. So interpretierten wir das, obwohl der Hund weder deutsch noch überhaupt eine menschliche Sprache redete – er guckte halt nur so.

„Du musst hier bleiben, wir wollen den ganzen Tag wandern!“ sagten wir, und aus welchem Grund auch immer redeten wir langsam wie zu Kindern oder Fremden mit dem Hund.

Sylke wusste zu berichten, dass während eines Wanderurlaubs eigentlich immer irgend so ein Köter einem auf den Keks geht, aber der Hund bedeutete uns mit freundlichem Um-uns-herum-springen und netten Blicken, dass er kein Köter und überhaupt sehr lieb sei…

Wir hatten unseren Wanderweg dann doch recht schnell gefunden und ließen die Häuser des Dorfes hinter uns. Wen wir nicht zurück ließen, war der Hund. Er ließ sich einfach nicht abwimmeln und kam einfach mit, rannte mal ein wenig voraus und wartete dann auf uns, lief zwischen Sylke und mir hin und her, absolvierte mithin ein deutlich größeres Pensum als wir. Und das, obwohl er die deutlich kürzeren Beine hatte!

Es ist keine sehr anstrenge Wanderung rauf auf den Garajonay, denn zwischen Chipude und dem Gipfel des Berges sind nur rund 430 Höhenmeter mit sanftem Anstieg zu bewältigen. Dennoch machten wir uns Gedanken, ob der Hund auch genug zu trinken bekommen würde – und waren froh, die eine oder andere Wasserstelle zu finden!

Richtig begeistet waren wir, als uns eine Gruppe von Wanderfreunden aus dem Innsbrucker Land entgegen kam. Neben dem obligaten „Grüß Gott!“, gegen das nichts spricht, schnatterte eine Wandersfrau mehr in unsere Richtung als zum eigentlich Gesprächspartner: „Ach, der arme Hund! Man könnte ihn doch mal tragen!“

Ihr Gesichtsausdruck wird mir unvergessen bleiben, als ich darauf hin gezielt höflich antwortete: „Gerne, gnä‘ Frau! Tragen Sie ihn gerne mit zurück nach Chipude!“

Irgendwo zwischen Abzweig zum Fortaleza und dem Beginn des Nationalparks, in dem der Garajonay liegt, waren wir der Meinung, dass „unser Hund“ einen Namen braucht. Wir beschlossen, ihn „Chi Gomera“ zu nennen, was durchaus beabsichtlich Klangähnlichkeiten zu Che Guevara hat. Ist doch unser Chi ein wahrer Rebell! Für Wortherkunftsherleiter: Chi kommt natürlich von Chipude, und Gomera muss ich ja sicher nicht erklären.

Zielsicher ging Chi übrigens den richtigen Weg, wir hatten den Eindruck, dass er nicht das erste Mal hier unterwegs war.

1487 Meter über dem Meeresspiegel: Der Gipfel des Garajonay. Und keine Bäume! Da verkriecht sich Chi doch mal gleich hinter Sylkes abgelegten Rucksack.
Wasser von anderen Touris lehnte er übrigens ab, was wir ihm hoch anrechneten – schließlich kann man es als Chi Gomera ja nicht mit jedem treiben!

Der Rückweg nach Chipude (ein anderer, denn es war eine echte Rundwanderung!) verlief sozusagen ohne besondere Vorkommnisse. Wir gingen in Chipude noch in die Bar, wo alles begann – und Chi kam natürlich mit rein, setzte sich unter unseren Tisch. Dann die Stunde der Wahrheit: Abschied! Da sitzt er nun, brav wie den ganzen Tag, und sieht uns hinterher. Wenn man bedenkt, dass weder Sylke noch ich Hundefreunde sind, muss man sagen: Es war schön, und Chi ist uns an diesem Tag ans Herz gewachsen. Wenn wir wieder mal von Chipude aus wandern, werden wir sicher einen Knochen mit im Gepäck haben. Man weiß ja nie…

24. 12. 2006


Als ich ein kleiner Junge war…
…nannte Erich Kästner seine Erinnerungen. Ich gestatte mir die Anleihe bei diesem großen Schriftsteller aus Dresden…

Als ich ein kleiner Junge war, benahm sich Weihnachten noch nicht so kommerziell wie heute – und es hatte (deswegen? ich denke: ja) einen eigenen Reiz. Das hat nichts mit Verklärung und Alter-Sack-Philosophie zu tun, denn ich stelle fest, dass die Verwirtschaftlichung nicht nur mir auf den Keks geht, sondern auch vielen jüngeren Menschen. Gleichalten sowieso…
Bei der Vesper vor der Frauenkirche gestern wurde das Thema auch angesprochen, und es gab rundrum wohlgefälliges Nicken. Dort, auf dem Platz vor der Kirche mit dem monumentalen Gebäude im Hintergrund, war auch der einzig peinliche Moment, als das Gedudel von nebenan die ganz eigene Stimmung vor der Kirche störte.
Aber ich schweife ab. Damals, in meiner Jugend, gab es am Heiligen Abend ein sehr schönes Ritual. Als kleiner Junge war ich vom Wohnzimmer ausgeschlossen seit ein, zwei Tagen vorher. Ich glaubte schon nicht mehr an den Weihnachtsmann, aber spannend war es dennoch jedes Jahr, wenn die Tür zuging und ich nicht mehr rein durfte…
Mein Vater, dieser alte Weihnachtsmann, schmückte den Baum, brachte (natürlich: Wachs-)Kerzen an, die Geschenke wurden platziert. Es gab Stammplätze für jeden in der kleinen Familie, und ganz ganz früher wuchs die elektrische Märklin-Eisenbahn jedes Jahr ein wenig an. Hat er selbst damit heimlich gespielt? Hm, weiß ich nicht, muss ich mal nachfragen…
Am Heiligen Abend verkürzte gemütliches Teetrinken (wir sind Ostfriesen!), mit Stollen und Weihnachtsgebäck die Wartezeit – keine Fernsehsendung machte uns das Warten aufs Christkind erträglich, sondern die Familienrunde.
Um fünf Uhr klingelte dann das Glöckchen, kein elektrisches Licht war mehr an – nur der Schein der Kerzen flackerte durch das Zimmer. Während es nun ein wenig feierlich wurde (sangen wir eigentlich? ich glaub nicht, mangels allgemeiner Stimmkraft), taxierte das Auge schon die Verpackungen: Was mag da drin sein? Und was ist neu an der Eisenbahn???
Später dann das Abendessen – Kartoffelsalat und Kassler. Gibt es übrigens heute auch – beim ersten gemeinsamen Weihnachtsfest!
Frohe Weihnachten allen!

Weihnachtliche Vesper

Die 14. Weihnachtliche Vesper vor der Frauenkirche Dresden zog wieder einmal mehrere 10.000 Menschen an – zu einem weihnachtlichen Gottesdienst, der schon beeindruckend war vor dieser grandiosen Kulisse.
Die musikalische Umrahmung war wie immer grandios: Ludwig Güttler und das Blechbläserensemble, der Dresdner Kreuzchor, Ulrike Staude (Sopran) und Gunther Emmerlich (Bass, sehr schön, zu meiner eigenen Verwunderung!). Und ja, es war ein richtiger Gottesdienst, mit Gebet und Predigt und eben tausenden von Mitmachern.
Es kann Weihnachten werden…

Wanderung La Laja (4): Nationalparkstraße

Der letzte Teil der Wanderung verläuft durch wunderbare Waldlandschaft parallel zur Nationalparkstraße und gibt immer wieder den Blick frei auf die Carretera Dorsal, die Höhenrückenstraße.

Den Naturschützern ist diese Straße ein Dorn im Auge: Sie führt mitten durch das Naturschutzgebiet Parque Garajonay – und wer vom einen Ende der Insel ans andere will, muss da zwangsläufig durch, denn eine Küstenstraße rundherum gibt es nicht.

Soweit das Einerseits. Andererseits ist man aber Dank dieser mit EU-Mittel großzügig ausgebauten Straße eben recht sicher und komfortabel unterwegs (komfortabel, nicht schnell: dafür gibt es zu viele Kurven. Eigentlich gibt es nur Kurven, mehr als eine handvoll Abschnitte mit mehreren hundert Metern gerader Wegführung gibt es nicht).

Wanderung La Laja (3): Rasthütte

Ein wenig verfallen, aber immer noch ein schöner Zwischenstopp: Die Schutzhütte an der Degollade de Tanque mit dem Roque de Ojila im Hintergrund. 853 Meter hoch gelegen ist dieser Ort am Rande des Nationalparks – seit La Laja (470 m) ging’s also schon einige Zeit gut bergauf, aber das Ende ist noch nicht erreicht: der höchste Punkt der Wanderung liegt bei 1140 Metern…

Die Roques (hier eine Panorama-Aufnahme) sind eine augenfällige Erscheinung in Mitten des Nationalparks Garajonay. Sie sind letzte Zeichen vulkanischer Aktivitäten auf der Insel – ein Relikt längst vergangener Zeiten mithin, denn aktive Vulkane gab es auf La Gomera vor rund einer Million Jahren. Am Ende der vulkanischen Tätigkeit reichte der Druck nicht mehr aus, das Magma über den Kraterrand zu speien, die Schlote füllten sich. Die jetzt sichtbaren Roques (Felsen) sind diese harte Füllung – das weichere Drumherum ist im Laufe der Jahrtausende durch Wind und Wasser erodiert.