Kategorie-Archiv: Allgemein

Ciao!

Nachdem Flickr verbrannte Erde hinterlassen hat mit seiner Politik der Ausgrenzung und dem sich anschließenden Kommunikationsdebakel und den Nichtkonsequenzen habe ich für mich die meinen gezogen und bin ab sofort bei Ipernaty aktiv. Da weiß ich zwar nicht, wie sich das ausspricht, aber da treffe ich viele gute alte bekannte ;-)

bean&beluga

Bohnen und Kaviar? Genau: Stefan Hermann, Sternekoch in Dresden, hat an diesem Wochenende sein eigenes Restaurant eröffnet. Der Name stand schon seit über einem Jahr fest – da haben wir zusammen das Logo gebastelt. Nun ist das Restaurant (und der Feinkostladen) dazu auch fertig. Die Handwerker waren – das scheint Naturgesetz zu sein – buchstäblich bis zur letzten Minute vor der Eröffnung im Haus.
Die ersten beiden Abende sind gut gelaufen – sagen der Chef und sein Restaurantleiter. Ich war bislang nur tagsüber da, um Bilder für die Webseite zu machen. Der Abendbesuch wird folgen…

Erlebnisurlaub auf der Schiene

“…wird voraussichtlich zehn Minuten später eintreffen wegen eines Schadens an der Signalanlage.” Die Stimme aus dem Lautsprecher klang wie aus dem Computer – desinteressiert, unbeteiligt, ist doch alles egal.
Aus den zehn Minuten wurden fünfzehn, zwanzig, dreißig. Auf dem Bahnsteig von Hamm (Westfalen) vergeht die Zeit ja wie im Fluge – zumal wenn gleichzeitig die Fans von Werder Bremen und die von Borussia Dortmund ebenfalls auf verspätete Züge warten, weil so ein Signal ja nicht nur für ICs im Fernverkehr gilt.

“…Sitzplatzreservierung leider nicht geklappt hat, weil die Software ausgefallen ist!” Die Stimme des zarten Frolleins klang engagiert wie aus der vollautomatischen Kundenabwimmelungsanlage – desinteressiert, unbeteiligt, ist doch alles egal. Sich um uns kümmern wollte sie auch nicht, wir könnten doch selber freie Plätze suchen im Zug.

“…willkommen auf dem Nichtraucherbahnhof!” Schönes Wort, aber woher kommen denn dann die Kippen direkt vor den Eingangstüren des Reginalexpresses? Die Fans der Grün-Weißen wie die der Schwarz-Gelben lassen sich doch ihre Freude am Leben nicht nehmen! Und dazu gehört natürlich rauchen auf dem Bahnsteig wie Biertrinken aus der Flasche (immerhin: Flasche!) im Wagen. Und immer selbstverständlich gröhlen. Laut und bar aller Melodie. Die Bahn tut ihr Teil dazu und lässt den vollgestopften Zug lüftungsfrei durchs Münsterland reisen. Klimaanlage? Fehlanzeige! Fenster? Ja, aber nur mit Spezialwerkzeug zu öffnen. Da jammerten sogar die Gröhler.

“…ICE wird voraussichtlich 45 Minuten später eintreffen.” Die Stimme aus dem Lautsprecher kommt klar artikuliert und kein bisschen sächsisch – wer hätte das in Leipzig erwartet? Die netten Damen des Service Point empfehlen den Regionalexpress nach Dresden. Der fährt zwar langsamer und hält, wie man früher sagte, an jeder Milchkanne – aber er fährt pünktlich ab und schafft es ohne Verspätung. Außerdem lehrt ja die Erfahrung, dass die ersten durchgesagten Verspärungsminuten eher mehr und selten weniger werden.

Service Point: Auch so ein Wort. Beschwerde- und Auskunftstelle klingt direkter, käme aber der Funkton wohl näher. Nun will ich nur noch wissen, was ein “Fullfillment Center” ist, das mir die im Internet bestellten Fahrscheine geschickt hat…

PS: In Coswig kurz vor Dresden hielt unser RE, und der Sprecher gab bekannt: “Unser Zug hält jetzt ein wenig. Wir bekommen eine Ãœberholung eines verspäteten ICE.” Großer Entsetzensaufschrei nahezu aller Mitreisenden. Unser ICE bremst uns aus: Zehn Minuten Verspätung wegen dem da…

Wanderung zum Wasserfall (3)

Nur 15 Meter tief fällt der Wasserfall im Barranco de Aurure, und wenn man Pech hat, dröppelt das Wasser auch mehr als das es lärmtosend fällt. Aber da der Weg ja das Ziel war, ist das Ziel eigentlich egal. Lohnend ist es obendrein, trotz des kleinen Falls – und sei es nur wegen der vielen Namen, die man dort lesen kann: Eingeritzt und draufgemalt sind die Felsen quasi ein Telefonbuch derer, die das Ziel erreicht haben (obwohl nicht alle sich einschreiben!). Wer schreibt bleibt? Naja: Wenn man die aktuellen Daten sieht, weiß man: Wer schreibt, bleibt vielleicht eine Saison sichtbar…

Am Wasserfall bleibt die Qual der Wahl erspart: Es geht nicht weiter, also muss man zurück. Wir haben uns auf dem Rückweg an kaum ein Bild vom Hinweg erinnern können, alles sah anders aus – und zwei- oder drei Mal sind wir auch definitiv andere Wege gegangen, die aber irgendwann wieder dort endeten, wo alles seinen Anfang nahm: In El Guro.

Rätsel des Alltags (4): Service?

Ein National Geographics Probeabo, kostengünstig – warum nicht. Abbestellen eine Woche nach Erhalt des dritten Heftes – kein Problem. “PS: Nutzen Sie jetzt unser Kundenportal im Internet unter http://www.meinabo.de/kundenservice. Dort finden Sie alle Informationen zu Ihrem Abbonement auf einen Blick und können viele Servicevorgänge noch schneller und einfacher selbst durchführen!”
Viele, nur diesen einen nicht: Abbestellen.
Service, liebe Verlagsmenschen, heißt auch dann nett zu dem Kunden sein, wenn er aus sicher guten Gründen nicht mehr mit dem Verlagsprodukt einverstanden ist und es abbestellen möchte. Für mich schwindet die Glaubwürdigkeit, wennn ich via Internet einfach alles bestellen kann – und nichts einfach wieder abbestellen kann…

Rächtschreibproblem

HeckenschützenNichts ist schöner als Schadenfreude! Als jemand, der zwar ziemlich sicher in Fragen der Rechtschreibung und Zeichensetzung ist, aber traumhaft schludrig in der fingerfertigen Anwendung derselben auf der Tastatur, sieht man naürlich jeden Fehler der Anderen: National Geographic Deutschland erfreute mich heute mit ihrer Schreibweise von Empfänger (siehe Bild links). Haben sie bei ihrer Umfrage an Feng Shui gedacht oder daran, dass es eng wird? Oder kommt der Empf*nger gar nicht von empfangen? Ich weiß nicht…

Auf der Suche nach dem Superstar

Christoph knipst Christoph versucht immer, hinter die Dinge zu sehen. Als angehender Ingenieur, sagt er, sei das quasi angeborenes Naturell. Beim gemeinsamen Spaziergang den Kaitzbach entlang ließ er keine Gelegenheit aus, Aufsehen erregende Bilder zu fotografieren – und am kommenden Samstag wird er als ein Drittel des Dresdner Teams auf der Suche nach der wissenschaftlichen Wahrheit antreten.
Superstars of Science am 14. Oktober um 20 Uhr im Audimax (HSZ) der TU Dresden – kostet nix und hat danach sogar eine Party!

Der unvollkommene Mensch

Meine Physiotherapistin oder wie das heißt bittet mich bei der Instandsetzung des linken irgendwann einmal viehisch ausgerenkten Armes um Lockerheit. “Sie helfen immer noch mit!” sagt sie liebevoll, aber mit dem gewissen “SO NICHT!”-Unterton. Jeder Hinweis auf “Ich bin aber doch ein Gentleman” / “Man kann sich bzw. seinen Arm doch nicht so hängen lassen” / “Ist das mein Arm oder Ihrer?” geht da ins Leere.
Allerdings schwatzen wir während der Therapie sehr viel, und so haben wir dann jüngst eine Theorie der Unvollkommenheit des Menschen entwickelt, natürlich vom Arm ausgehend, dort aber nicht verweilend. Die Arbeitshypothese lautet: Wir wollen nicht ungerecht sein und dem Schöpfer auch nicht ein gewisses Quentchen an Kreativität absprechen – aber wäre es nicht praktischer, wenn man den Arm einfach abnehmen könnte? So wie den Hut oder die Brille? Da könnte man zum Beispiel den kaputten und pflegebedürftigen Arm in der Praxis abgeben und derweil ein Käffchen trinken gehen – ein Arm ist ja noch frei, um die Tasse an den Mund zu führen! Die Fachkraft könnte sich dann um den Arm kümmern und nach erfolgter Therapie ihn wieder anmachen (egal, ob mit Reiß- oder Klettverschluss oder gar mit Dübeln – auf die ich natürlich nur komme, um im Rahmen einer kleinen Schleichwerbung auf das Open Blog am Freitag hinzuweisen. Im Fernsehen machen sie ja auch immer Werbung ;-)
Der abnehmbare Arm (zum Patent angemeldet) ist aber nur der Anfang. Denn sehr schnell kamen wir darauf, dass drei Arme eigentlich viel besser seien als die allgemein vorhandenen zwei. Nehmen wir nur die gemeine Stehparty: In der rechten Hand das Proseccoglas, in der linken den Teller mit den Naschereien – und womit kommen die nun in den Mund? Richtig: Mit der so schmerzhaft vermissten dritten Hand! Natürlich ist auch die abnehmbar, alles andere wäre ja Rückschritt! Die Anordnung denken wir uns so, dass der Ansatz in Bauchnabelhähe mittig liegt – so kommt man mit einem Modell für Rechts- und Linkshänder aus, was die Produktionskosten deutlich senkt.
Im Laufe der Behandlung wandte die liebe Muskelschmerzentfernerin dann noch einen Trick an, den ich von Besuchen der Folterkammer auf Burg Stolpen schon kannte: Verlängerung des Körpers durch Strecken und Zerren. Sie nahm also, hinter mir stehend, den Kopf in die Hand und zog laaaaaaaaangsam so lange, bis der Hals sich längenmäßig vedoppelte. Ich erwartete schon die Anwendung des “Kopf-ab-Prinzips”, wurde aber eines Besseren belehrt: Der Kopf blieb dran.
Nächsten Freitag ist wieder Termin, da wollen wir die Überlegungen noch einmal vertiefen und sehen, welche ursprünglich zu Folterzwecke erfundenen Ideen noch heute in der Medizin angewandt werden können.

Die deutschen Zensoren

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Heinrich Heine,
geboren 13. Dezember 1797 in Düsseldorf als Harry Heine; gestorben  17. Februar 1856 in Paris
“Die deutschen Zensoren” aus “Ideen. Das Buch Le Grand”