Dresden-Kalender 2005: März

Dresden Kalender 2005Schloss Übigau gehört in diesen Tagen meist nicht zum offiziellen Besuchsprogramm von Touristen – es ist mehr oder weniger dem Verfall Preis gegeben. Der barocke Bau (1724-1726 durch Johann Friedrich Eosander für den sächsischen Kabinettsminister Jacob Heinrich von Flemming errichtet) liegt zweigeschossiger an der Elbe, auf dem (linken) gegenüber liegenden Ufer führt eine Allee direkt auf das Schloss mit offener Bogenhalle an der elbseitigen Front des Obergeschosses und einer Figurengruppe mit sächsisch-polnischem Wappen. Die zweiflüglige Treppe zur Elbe bildete nach dem Schloss Pillnitz und dem Japanischen Palais eine dritte Anlegestelle für Gondeln des Hofes.
So richtig mit Fortune war das Schloss nie versehen: Das benötigte Grundstück wurde durch Enteignung der Bauern Rumpe, Adam, Wirthgen und Vogel gewonnen, und auch der erste Besitzer hatte nicht wirklich etwas von der schönen Anlage mit reich geschmücktem französischen Park, Orangerie und Springbrunnen: Noch während der Bauarbeiten interessierte sich Friedrich August I. für das Schloss und erwarb es 1726, erweiterte die barocke Gartenanlage noch und nutzte es für glanzvolle Feste.
Als der Hof 1831 kein Interesse mehr an Schloss Übigau hatte, begann eine wichtige Zeit für Übigau und das Schloss: Die Aktien-Maschinenbauanstalt-Gesellschaft zu Übigau erwirbt das Schloss, nebenan wird eine Fabrik für Dampfmaschinen errichtet. Johann Andreas Schubert, ein schlauer Kopf und Ingenieur, wirkt hier – auf sein Konto gehen Dampflokomotive und Dampfschiffe sowie die imposante Gölschtal-Brücke.
Viele weitere Fabriken hatten hier ihre Verwaltung: eine Dampfmühle, eine Branntwein- und eine Papierfabrik. Von 1886 bis 1921 betrieben Pächter im Schloss die “Schloßschänke Uebigau”. Um 1900 befindet sich das Schloss im Besitz der Dresdner Maschinengesellschaft und Schiffswerft AG, in der ein Teil der jetzt schon fast 2000 Übigauer arbeitete.
Bis in die 80er Jahre diente das Schloss mit den Resten des Parkgeländes dem “VEB Dampfkesselbau Übigau” als Verwaltungsgebäude. Die Wende ist dem Schloss nicht gut bekommen – bis heute verfällt es Jahr um Jahr mehr.
[Quelle: Übigau online]

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