Trennungen

Es gibt unter Leuten, die sich mit Typographie beschäftigen, einige nette Beispiele für richtige (was die Regeln anbelangt) und dennoch falsche (was den, ähem: Geschmack betrifft) Trennungen. Mein gemerkter Lieblingsspruch ist der vom Ur-Instinkt im Nonnen-Kloster, was man nie so trennen sollte:

Urin-
stinkt im Nonnenklo-
ster

weil sich das konnotativ falsch liest.
Und was habe ich beim ganz trennungsfreien Titel des mdr-Riverboat-Podcasts gelesen:
Annett Louisan:“Vielleicht bin ich ein bisschen Popelfe“
Richtig: Popel-Fee…

Kuppeln Frauenkirche und Kunstakademie

Der verehrte Kollege Hermann Unterstöger erklärt im Magazin der Süddeutschen den Frauenkirchen-Krieg zwischen Dresden und München – lieb und nett und bayerisch wie das so seine Art ist. Leider baut er seine Argumentation auf einem gaaaaaaanz großen Irrtum auf: Er behauptet, dass der Volksmund die Kuppel der Dresdner Frauenkirche „Zitronenpresse“ nennt. Nee nee Herr Unterstöger: Die Zitronenpresse ist die Kuppel gleich nebenan, die von der Kunstakademie. Aus Glas, damit man im Saal drunter schönes Licht hat. Die Kuppel der Frauenkirche, aus Sandstein, hat keinen Volksmundnamen. Nur so, damit nicht jemand glaubt, wir würden hier nicht korrekt lesen…

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Schwarz-Geld

So wie der Wahlkampf läuft, und wenn die Mehrheitsverhältnisse für Schwarz-Geld reichen, wird der nächste Bundesfinanzminister wohl Paul Kirchhof heißen.

Die Süddeutsche Zeitung heute auf Seite Drei in einem (nicht nur wegen des netten Tippfehlers) netten lesenswerten Beitrag über Paul Kirchhof.

Arbeitsergebnisse (I): Feinschmecker

Der aktuelle Feinschmecker ist, wie jedes Jahr in dieser Angelegenheit, wieder einmal Nummer eins: Die besten Restaurants heißt die Beilage, die von gut-und-gern-Essern (und Esserinnen, natürlich) sowie den Köchen und Köchinnen der Nation sehnlich erwartet wird. Als erster von mehreren bundesweit angesehenen Guides zum feinen Essen signalisiert die Broschüre mit 600 Adressen schon einmal, wo es lang geht und wo man anhalten sollte (im Herbst kommt dann das weit umfangreichere Buch heraus).
Wie in den vergangenen Jahren waren wir als Tester im Raum Dresden unterwegs – mit der üblichen Gewichtszulage, aber das bekommen wir schon wieder in den Griff… Im besten Restaurant Sachsens, dem Carousel mit Chefkoch Stefan Hermann, haben wir allerdings nicht zum Testen gegessen – weil Birgit dort im Hotel arbeitet und wir nicht wirklich unbefangen sind 🙂
Bei der Gelegenheit: Wenn wir uns anmelden, machen wir das unter fremden Namen – damit sich die Chefs nicht auf den Besuch vorbereiten können. Und einladen oder bestechen lassen wir uns auch nicht: Wenn’s schmeckt, dann schmeckt’s, wenn etwas nicht stimmt, dann sind wir knallhart und schreiben das auf!

Der Zeit voraus

Die Sächsische Zeitung ist zwar – wie viele andere – rigide geworden, wenn es ums Nachlesen von gedruckten Artikeln geht. Wenn es ums Vor-Lesen geht, scheint man großzügiger zu sein: Heute via eine Suche in SZ-online gefunden: Ein Artikel vom 2. Oktober 2004 – das ist in fünf Tagen, wenn die Welt bis dahin nicht untergeht…
[Update: So sind se: Mit der Veröffentlichung des Beitrags verschwand er aus dem (kostenfrei zugänglichen) Netz. Blöd, das…]

Tschüß Sächsische Zeitung!

Geld regiert die (Zeitungs-)Welt – nun versucht’s auch die Sächsische Zeitung (linkt Euch doch selber!): Was bislang ein kundenbindender und -gewinnender Service war, ist nun mehr oder weniger klammheimlich kostenpflichtig: Den angefeatureten Beitrag anklicken führt zu einem Fenster mit dem netten Hinweis, dass die Session abgelaufen sei oder so.
In Wirklichkeit wurde sie nie begonnen: „Für nur 5 Euro im Monat haben Sie Zugriff auf alle Lokalausgaben in sz-online. Im Monat der Anmeldung berechnen wir Ihnen lediglich die anteilig genutzten Tage Ihres Nachrichten-Abos. Abonnenten der Sächsischen Zeitung zahlen den Vorzugspreis von 2,50 Euro im Monat.“ Für einen Artikel, wohlgemerkt, den sie schon einmal bezahlt haben. Und für den die Redakteure doch sicherlich nicht mehr Geld bekommen – oder???

Schleichwerbung

So ein Staatsweingut kann sich ja einiges herausnehmen, zumal und auch gerade wenn es einer Bank gehört. Zusammen mit der Sächsischen Zeitung betreibt man heftig Schleichwerbung (nein, kein Link hier!) – wobei zwar dem erfahrenen Leser ein kleines „Anzeige“ die wahren Herrschaftsverhältnisse von Text und Bild offenbart, aber welcher nicht medienkritisch geschulte Leser sieht das denn? Die Google-Suche nach Belvedere Wackerbarth liefert zwar als Nummer eins freundlicherweise unseren eigenen Beitrag 😉 – aber was da auf Platz drei auftaucht, ist reine PR.
Herr oder Frau Google, könnten Sie das einfach mal entfernen?