Bombige Überraschung

Heute brachte uns der Postbote ein Päckchen. Sylke nahm es entgegen und rief mich im Büro an. „Erwartest Du Post?“ – „Nein…“ – „Ist aber was gekommen. Ein weißer weicher Umschlag. Sieht aus wie eine Bombe, hat so einen Huckel. Und auf dem Umschlag stehen, außer der Anschrift, merkwürdige Anweisungen: NICHT KNICKEN! NICHT HEISS LAGERN! NICHT IN DER NÄHE VON TIEREN LAGERN! NICHT WERFEN!“ Ein Absender war auch vermerkt: Ein CH. S. aus irgendwo in Bayern, der Postleitzahl nach zu urteilen. „Zeh Haa Punkt? Kenn‘ ich nicht!“ sage ich, und Sylke – das sehe ich durch den Telefonhörer! – schaut mich ungläubig an. Wir einigen uns darauf, dass sie die Bombe nicht öffnen und mich mich am späten Nachmittag den Held spielen lassen soll.

Stunden später…

…haben wir die Rollen getauscht: Ich zu Hause, Sylke in der BrennNessel arbeiten. Der Umschlag mit der Bombe drin liegt auf dem Tisch. Ich nehme ihn, vorsichtig, ganz vorsichtig natürlich, ans Ohr. Er tickt nicht – moderne Bomben werden immer perfekter. Aber der Umschlag strömt einen sehr angenehmen Duft aus. Betörend! Ich öffne ihn, natürlich immer noch ganz vorsichtig. Es riecht nach Apfel, und heraus rollt ein weißes Rund, das beschriftet ist: maçã, appel, pomme, äpple, manzana, mela, eple, alma, jabloko, omena, apple. Zugenäht oben, mit zwei, drei kühnen Stichen.Und drinnen? Ein Apfel – so, wie es draußen drauf stand!

Mir war es ja schon beim Auspacken wie Schuppen aus den Haaren gefallen – das war die Einlösung eines Versprechens.

Danke! Und natürlich kenne ich Ch. S. aus irgendwo in Bayern! Jedenfalls virtuell, und nun auch vom Apfel!