Urlaubs-ABC: E wie Element of Crime

Sven RegenerDie Musik von Element of Crime höre ich seit Jahren, die Bücher von Sven Regener, dem Kopf der Band, habe ich mir von ihm mit großem Vergnügen (auf meiner Seite, er kam ja vom iPod) vorlesen lassen: Neue Vahr Süd und Herr Lehmann, audible.de sei Dank. Aber wie die Jungs aussehen, war mir nicht klar bis heute – weil ich sie nie live gesehen hatte.
Nun hatte mir Sylke den Wunsch quasi vom Auge abgelesen, die Band einmal live zu erleben. Für sie nichts Neues – sie war schon mehrfach dabei, weil sie (wie offensichtlich alle Mädels beim Konzert, wenn ich die Augen-Blicke richtig interpretiere) den Sven liebt. Ich, ähm…, liebe ihn auch, weil er so schöne Texte schreibt und dazu sinnliche Musik. Es musste also eigentlich ein schöner Abend werden…
…der ursprünglich für die Junge Garde geplant war. So stand’s auf den Karten, die ich zum Geburtstag (nicht mehr gratulieren, ist länger her!) bekommen hatte. Der Ort wurde, wie die Band schreibt, verlegt in den Alten Schlachthof, was ein zwar regensicherer Ort ist, aber eben auch einer, wo es nicht auffällt, wenn nicht gar so viel tausende Fans kommen.
Wir standen in Reihe eins. Vier Menschen links von mir, so kann das Leben spielen, stand ein Schulfreund von anno dunnemal aus Münster – wir hatten uns schon einmal in Dresden gesehen, weswegen die Überraschung sich in Grenzen hielt. Das Konzert begann mit einer bedeutenden Vorgruppe namens „Home Of The Lame“, deren Stil zwischen Coldplay und R.E.M. changierte. Interessant war der Sänger, der sich ein Hemd durchschwitzte oder aber eine geniale Erfindung zum künstlichen Nässen von Hemden zur Betörung des Publikums gemacht hat, von der ich nichts weiß.
Dann kam Element of Crime: Vier sehr unterschiedliche Männer schlurften auf die Bühne.
Sven Regener. Schwiegermutters Liebling, weil er immer so spitzbübisch lächelt wie ein Lausbub und brav nach jedem Titel Vielen Dank sagt. Er singt, er gitarret, er trompetet, er steht (auch wörtlich) im Mittelpunkt.
Jakob Ilja spielt die Gitarre. Er ist ein eher langer schlacksiger, und wenn er eins seiner bezaubernden Soli hinlegt, wackelt er oben mit dem Kopf und in der Mitte mit dem Bauch – so als ob er eine Marionette wär‘.
David Young ist der Bassist und als solcher dem Ruf der Gilde verpflichtet, eher eine Festung auf der Bühne zu sein. Hat er sich überhaupt bewegt? Zeigte er Regung? Unter uns Pastorentöchtern: Ja, wenn das Licht aus war, trank er Wasser. Und nach der dritten Zugabe kam er mit ner Fluppe raus. Ansonsten stand er stoisch da wie es Bassisten gerne tun.
Richard Pappik am Schlagzeug und einmal mit der Mundharmonika saß leider fast immer hinter dem Sven, nur manchmal sah ich ihn durch die Beine des Chefs hindurch. Aber er war gut!
Ansonsten war es ein wunderbares Konzert, voller Herz- und Weltschmerz, mit mitsingenden Mädels in Reihe eins und zwei und überhaupt guter Stimmung. Und weil es draußen nieselte, ging auch die Verlegung in den Schlachthof klar…

Ein Kommentar

  1. Hmmmm… Das haben wir dann wohl verpaßt. Nachdem wir die Bande erst im Frühjahr im Schlachthof gesehen haben, hatten wir uns eigentlich darauf gefreut, den Abend über in der Nähe der Jungen Garde in der Wiese zu liegen und die Musik diesmal als „Zaungäste“ zu genießen, aber dank der Verlegung gen Schlachthof ist dieser Ansatz im Kern sabotiert worden. Naja, nächstes Mal dann wieder… ich hoffe immer noch auf Live-Versionen des einen oder anderen Songs von der „Basically Sad“ – Platte…

    Kristian

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