Z – wie Zschertnitz

ZschertnitzViele Flurnamen in Dresden und Umgebung sind auf den ersten Blick Zungenbrecher: Zschertnitz gehört dazu. Dabei ist es doch ganz einfach: Ganz große Schummelanten lassen das Z ganz weg, wer etwas korrekter sein will, schlägt ein T vor dem sch an. Die Übung kann man dann auch auf den Flughafen ausweiten: Klotzsche mit tzsch!
Zschertnitz also: Das sind einige der Hochhäuser, die den Süden der Stadt beglücken. Das alte Dorf – dessen Ursprünge 700 Jahre zurück reichen – wurde 1973/74 vollständig abgebrochen. Groß muss es nicht gewesen sein, denn an seiner Stelle entstanden sechs Wohnhochhäuser. Bis zu 17 Stock hohe Plattenbauten galten in der damaligen Zeit als das Nonplusultra modernen Wohnungsbaus.
Wenn man schon mal in Zschertnitz ist, kann ein wenig Bildung nicht schaden. Zum Beispiel lernt man hier sehr schön, wie früher ganze Dörfer verscherbelt wurden, mit Haus und Hof und Mann und Maus. 1348 gehörte es den Söhnen des Dresdner Bürgers Nycolai de Jochgrimm, ab 1408 der wohlhabenden Familie Münzmeister (nach der heute noch die bergauf führende Straße benannt ist), seit 1568 Kurfürst August. Der siedelte vier Bauern und vier Gärtner an, wodurch sich Zschertnitz zum Bauerndorf mit mehreren Gütern und insgesamt 74 Hektar Fläche entwickelte. Am 1. Juli 1902 wurde Zschertnitz nach Dresden eingemeindet, seit 1904 ist es ans Straßenbahnnetz angeschlossen.
Eine eigene Geschichte ist die des Paradiesgartens. Das war ein Tanz- und Ballhaus, hervorgegangen aus dem früheren Dorfgasthof. Bis 1945 gehörte es zu den beliebtesten Dresdner Vergnügungslokalen – heute ist der Paradiesgarten ein nicht ganz so paradiesisch anmutendes Einkaufszentrum, bei dem man sich allenfalls über den blumigen Namen wundert…

Eine Antwort auf „Z – wie Zschertnitz“

  1. interessanter artikel, woher weisst du all das? muß mir mal ein buch besorgen über den stadtteil.

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