Köche Oscar Hamburg

Zum zweiten Mal wurde in Hamburg am Samstag der „Köche-Oscar“ verliehen. Bei dieser Veranstaltung kochen die besten Köche der Region – ein jeder einen Gang. Wer die besten Köche sind, wird keineswegs erwürfelt – und wer der Beste der Besten ist, ist Kennern (wie auch Kennerinnen!) der Szene schon vor der Gala kein Geheimnis: Gustav Volkenborn wertet jedes Jahr akribisch die sechs bedeutendsten und unabhängig arbeitenden Restaurant-Guides aus, wichtet die unterschiedlichen Bewertungen und kommt somit zu einem in der Szene anerkannten Ranking.

Wer also „Hamburg“ als Auswahlkriterium der Volkenborn’schen Liste eingab, musste im Ballsaal des Kempinski Hotel Atlantic nicht um den Sieger fiebern – auch wenn der Moderator des Abends den Gästen bis zur Preisverleihung am Ende der Veranstaltung sehr geheimnisumwittert so tat, als wenn eine Jury hinter den Kulissen die Gänge bewertet.
Sieger wurde – wie im Vorjahr – Thomas Martin von Jacobs Restaurant im Hotel Louis C. Jacob. Er kochte am Abend „Pauillac-Lammrücken orientalisch“, kommentierte seinen kleinen Crossover-Ausflug lakonisch mit „ist ja eigentlich gar nicht mein Stil, ich bin sonst gar nicht verspielt“ – und nahm dennoch verdienten Beifall entgegen. 93,6 Punkte hat Martin bei Volkenborn.

Der eigentliche Publikumsliebling des Abends folgt in einigem Abstand: 90,3 Punkte erreichte Heinz Wehmann vom Landhaus Scherrer. Sein „Maibock im Mangoldblatt auf Spitzkohlgemüse, Selleriepürree, glacierte Kirschen in Grenadine und Wacholdersauce“ bildete den anderen Hauptgang (wobei der Maibock vorzüglich und die Kirschen dazu… sagen wir mal: gewöhnungsbedürftig waren. Aber man kann ja liegen lassen!).
Karlheinz Hauser, früher im Adlon und seit einiger Zeit schon auf dem Süllberg in Hamburg, erreichte mit 89,8 Punkten Platz 3 (vor einem Jahr noch belegte er Platz acht). Er steuerte die Vorspeise des Abends bei: Komposition von der Gänseleber mit Rhabarber.
Christian Rach vom Tafelhaus (87,6 Punkte, Platz 4) zeichnete für „Wild gefangene Gambas auf Mango-Salsa“ verantwortlich, Christoph Rüffer vom Restaurant Haerlin in Raffles Hotel Vier Jahreszeiten (87,0 Punkte, Platz 5) bereitete „Roulade von Seezunge und Jacobsmuschel mit Föhrer Muschelnage“ (und damit, ganz persönlich, meinen Lieblingsgang – den hätte ich glatt am Ende noch einmal essen können!). Das Dessert kam von Wahabi Nouri vom Restaurant Piment (6. Platz, 79,8 Punkte): Knödel, Schaum und Sorbet vom Topfen mit Holunderblütensüppchen und Himbeeren“.

Wer das Bild am Anfang des Beitrags genauer ansieht, wird sieben Köche zählen. Ganz links der ist gar kein Hamburger, sondern ein Schwabe aus Dresden: Stefan Hermann von der Bülow Residenz, nach Volkenborns Liste nicht nur bester Koch Sachsens, sondern mit 84,8 Punkten auch Zweitbester in den neuen Bundesländern (nach Marcello Fabbri vom Anna Amalia in Weimar) – und sechster in Hamburg!
Hermann hat dreimal hintereinander den Köche-Oscar in Sachsen gewonnen und steuerte als Ehrengast in Hamburg das Amuse-bouche zum Empfang bei: Variation vom Tunfisch.

Eine Antwort auf „Köche Oscar Hamburg“

  1. Das ist wirklich eine klasse Auswahl an echten Spitzenrestaurants in Hamburg. Jacobs Restaurant ist wirklich Spitzenklasse und etwas für wahre Gourmets. Allerdings hatte ich mal eine unglaublich gute Ente im Landshaus Scherrer und habe mich da in das Essen verliebt.

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