Archiv für Februar 2006

Mein Name ist Mall – Pall Mall

Donnerstag, 23. Februar 2006

Pall Mall
Gestern war mal wieder so ein Tag, an dem ein Haufen Aufrechter auszog, einem auserwählten Kreis von Dresdnern das Fürchten zu lehren. Mit einem Wort: Flickrtreffen!
Wir hatten uns vorgenommen, nicht auffällig zu werden, was rund eine Stunde ganz gut ging. Dann wurden die Kameras gezückt, und die wilde “Ich knips Dich und Du knipst mich” Orgie nahm ihren Lauf.
Doch auch in der Phase des “eigentlich sind wir doch nette Gäste und wissen uns zu benehmen” gab es Auffälligkeiten. Da war beispielsweise Christoph, der die nette Kellnerin gerne angeredet hätte – aber Frollein ist ja out und einen Namen hatte sie vielleicht, aber er war uns nicht ersichtlich. Also hüstelte Christoph vornehm – und SIE reagierte. Christoph traute sich was und fragte: “Wie heißen Sie eigentlich?”
SIE zeigte, was unsereins echt selten erlebt, auf die Brust, und zwar die rechte. Dort stand “PALL MALL”, und etwas oberhalb lächelte es charmant.
Ich nannte sie sofort Pall, Christoph blieb beim irgendwie nicht kommoden “Frollein Mall”, Pall Mall herself zog ‘nen Flunsch und murmelte etwas von “gottseidankgleichfeierabend”. Ihre Kollegin, die später kam – als wir schon dem kameraorgiastischen Geknipse verfallen waren, war auch nett und offensichtlich eine Schwester der ersten, denn auch sie hieß Pall Mall.
Wie die große Schwester war sie eher zerrüttet als gerührt von uns, konnte aber nicht einmal den Feierabend herbeirufen.
Die Tapas, die die Herrschaften zu sich nahmen, waren anregend, die Gespräche ebenfalls. Anwesend waren Christoph, Carsten, Alan, Dirk, Anja, Iris, Sylke, Ulrich und als Stargast für eine halbe Stunde der genius loci – Marlen. Sie hatte eines Nachts, als (anders als gestern) alle Kinder schliefen, ein Bild gemacht, das fortan alle oben genannten auch machen wollten. Zwischen Kindnichteinschlafenkönnen und Kindnichtweiterschlafenwollen erfreute uns also die Künstlerin mit ihrer Anwesenheit, dann ging sie mütterlichen Pflichten nach und wir mit Stativen und Blitzen zu den Bögen, die das Bild bedeuten.
Die Ergebnisse sind in einer eigenen Bildergruppe der staunenden und neugierigen Öffentlichkeit präsentiert. Wer es richtig genießen will und alt genug ist es im Platten(!)schrank zu haben, legt dazu “Will the Circle be unbroken” auf.
Ja, so war das in der nunmehr dritten Folge der Serie: “Web 0.0: In Dresden machen wir nix virtuell!”

Die deutschen Zensoren

Freitag, 17. Februar 2006

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Heinrich Heine,
* 13. Dezember 1797 in Düsseldorf als Harry Heine; † 17. Februar 1856 in Paris
“Die deutschen Zensoren” aus „Ideen. Das Buch Le Grand“

“Liebe Frau Bundeskanzlerin Merkel, lieber Herr Minister Seehofer,

Donnerstag, 16. Februar 2006

leider kann ich seit geschlagenen 7,25 Stunden nicht dazu beitragen, daß Sie von mir als Unternehmerin Steuern erhalten können.

Aufgrund des Absatzfondsgesetzes (wir führen jährlich so um die 25,– bis 30,– Euro !!! in diesen Fonds ab) befindet sich seit den o.a. Stunden ein Prüfer in meinem Haus, der uns darin hindert unsere Arbeit zu tun. Es geht sogar soweit, daß bereits zwei Kunden erbost bei meinem Geschäftspartner in Düsseldorf anriefen, weil sie nichts bei uns bestellen können.”

(Original plus mehr: “Der Walther” Weblog.)

Sprichwörter nachstellen (II)

Mittwoch, 15. Februar 2006

Symbolfoto - ein click bringt ein Blutbild!

VORSICHT! Wer auf dieses Symbolfoto eines Gestrauchelten klickt, erfährt die BLUTIGE Wahrheit!

In unserer zu Recht so beliebten Serie “Sprichwörter und stehende Begriffe nachstellen”, von der bislang nur die gerne kolportierte erste Folge “Uli, brennst du?” zur Erläuterung des Begriffs “Feuer und Flamme sein” erschienen ist, lesen Sie heute in Folge zwei das double feature: “Auf die Nase fallen” und “ins Gras beißen”.
Es begab sich also zu der Zeit, als in Dresden das Tauwetter einsetzte und die Schneemassen dahinschmolzen wie nix. Heute morgen also verließ ich, den Büro-Rucksack auf dem Rücken und die iPod-Stöpsel im Ohr, fröhlich und frohen Muths das Haus. Eine von drei Pappeln davor soll heute gefällt werden, weswegen ich sie mir noch einmal in trauter Dreisamkeit ansehen wollte und die Straße querte, um einen besseren Abschiedsblick zu haben.
Auf dem gegenüberliegenden Fußweg (warum heißen die Dinger übrigens landläufig “Bürger”steig? Dürfen da nur Bürger drüber?), auf dem gegenüberliegenden Fußweg also, den ich gerade erreichen wollte, geschah es: Ein hartnäckiges Fleckchen unerwartet glatten Eises brachten Frohgemuth und Tatendrang zu einem jähen Ende, es haute mich im eleganten Stiepelmann-Schwung um.
Der Stiepelmann-Schwung, das wissen vielleicht nicht alle, ist sowas wie der eingesprungene doppelte Rittberger, nur nicht so bekannt: Es dreht sich dabei um den Körpermittelpunkt der obere Körper nach vorne und der untere nach hinten, so dass man unvermutet aus vertikaler in horizontale Lage kommt. Ein graziles Vorstrecken der Arme dient der optischen Vollendung, obwohl das eigentlich nur ein Reflex zum Abstützen ist, um den iPod nicht zu Schaden kommen zu lassen. Schlechte Haltungsnoten sind zu geben, wenn beim Stiepelmann-Schwung die Nase über den Boden rutscht und es zu roten Flecken auf Restschnee kommt, der Ausführende mithin “auf die Nase fällt”. Ganz schlecht für eine hervorragende Benotung ist, wenn statt eines fotogenen Lächelns der Mund sich zu Bemerkungen wie “Scheiße, Mist verdammter” hinreißen lässt, ohne rechtzeitig den Boden zu verlassen. Dieses schon bei Karl May als “ins Gras beißen” bekannte Phänomen ist unsportlich und bringt derlei Vorführungen aus dem Bereich des Sportlichen weg zu einfach nur einer nicht mehr kindertauglichen Seifenoper.
Wie schon bei der ersten Folge gibt es auch heute keine authentischen Fotos, weil mein Haus- und Hoffotograf Dirk nicht nur seine Kamera nicht dabei hatte, sondern dieses Mal gar nicht in Dresden weilte. Also habe ich mit der Mobilfunkquatschenkamera mal die aufgeratschte Hand abgelichtet…

13. Februar 2006

Montag, 13. Februar 2006

In diesen Minuten kurz vor zehn Uhr abends, genau um 21.46 Uhr, begann vor 61 Jahren die Bombardierung Dresdens. Sinnlos, wie alle Bombardements, sinnlos wie jeder Krieg. Die Dresdner gedenken in Stille und zünden Kerzen vor der im Oktober 2005 wieder geweihten neu errrichteten Frauenkirche an. Alle Kirchglocken der Stadt läuten. Jedes Jahr wieder beeindruckend…

In these minutes 61 years ago the bombing of Dresdeen began. Senseless as every bombing, senseless as every war. The people of Dresden mourn and think of this day by lightning candles at the rebuilt Frauenkirche. All the church bells of Dresden are ringing – every year an impressive moment.

A Star is Born

Sonntag, 12. Februar 2006


Dieses Rotweinglas an Treppengeländer avancierte zum Star des Treffens streng seriös fotografierender Dresdnerinnen und Dresdner.
Die Ergebnisse des Treppenhaus-Shootings sind sauber getagged

Web 0.0 revisited

Sonntag, 12. Februar 2006

Ein Bild bei Flickr von christoph gommel
Wie der Zufall es so wollte, trafen sich in Fortsetzung der wissenschaftlichen Erkundungsrunde zur Wahren Web-Wirkung gestern wieder ein Häuflein Aufrechter (und Aufrechterinnen), die erst mal nichts als Fotografiererei verbindet. Wie der Zufall es wollte, hatte jede (und jeder) eine Kamera dabei, einer sogar ein Stativ. Wie der Zufall es weiter wollte, feierte Flickr just an diesem Tag seinen 2. Geburtstag. Obwohl, streng genommen, das kein Zufall war, weil seit zwei Jahren bekannt.
Egal: Da traf sich also ein Haufen total Bekloppter und lachte, als ob eine pubertierende Teenie-Klasse unterwegs sei. Leid tun konnte einem nur das Personal des Cafe Neustadt, aber vorsorglich waren wir in einer geschlossenen Abteilung untergebracht, so dass die Verrücktheiten unter uns blieben. Obwohl das mit der Privatsphäre ja nur bedingt gilt, wenn ich mir so ansehe, was die Damen und Herren da so veröffentlichen. Hemmungslos wurde nicht nur gelacht, es fanden auch freizügige Objektivwechsel mit ungeschützten Sensoren statt. Wir überlegen ernsthaft, ob wir uns von Canon sponsorn lassen sollen, denn die Produktpalette dieses Hauses war übermäßig heftig vertreten. [Nachtrag: Ich lese gerade, dass diese Forderung völlig zu Recht Unterstützung findet. Canon, übernehmen Sie!]
Zwei fehlten entschuldigt, eine fehlte unentschuldigt. Das wird Konsequenzen haben, die sich die betreffende Person noch gar nicht ausmalen kann, aber was Freizügigkeit und Lässigkeit anbelangt, sind wie hier ein sehr strenges Gremium.

Eberhard Burger wird Ehrendoktor der TU Dresden

Mittwoch, 08. Februar 2006

Doch, er sei schon ein wenig nervös. Eberhard Burger, der als besonnener Baudirektor den Wiederaufbau der Frauenkirche souverän und viele Klippen umschiffend geleitet hat, ist zum Fototermin in den Beyer-Bau gekommen. Hier hat er vor 40 Jahren an der Fakultät Bauwesen Konstruktiven Ingenieurbau studiert – und ist nun das erste Mal wieder vor Ort.

„Hat sich ja gar nicht viel verändert!“, sagt er – und findet es gut. Klar, mit dem Kleinod Frauenkirche ist der Beyer-Bau nicht zu vergleichen – aber die durch Holz geprägten Hörsäle und die Architektur des von Martin Dülfer errichteten Beyer-Baus hat auch was… Und dass moderne Technik in die fast hundert Jahre alten Hallen gezogen ist, scheint eher selbstverständlich. Einem Eberhard Burger sowieso, der beim Wiederaufbau der Frauenkirche permanent im Widerstreit „alt-neu“ lebte, denn seit George Bährs Zeiten hat es im Bauwesen ungeahnte Fortschritte gegeben, die man durchaus auch berücksichtigt hat – ohne die Grundmaxime des archäologischen Wiederaufbaus zu leugnen. So gesehen ist der Titel der Festrede, die der dann frisch gebackene Ehrendoktor Burger am Freitag im Audimax des Hörsaalgebäudes halten wird, programmatisch: „Die Frauenkirche zu Dresden – Altes bewahren, Neues einbringen“.

Es ist nicht die erste Rede, die Burger im Hörsaalgebäude hält – während des Wiederaufbaus war er mehrfach zu Fachvorträgen da, um den interessierten Studenten den Baufortschritt zu erläutern. Es gibt also gar keinen Grund, nervös zu werden. Freilich: Dieses Mal steht nicht „seine“ Kirche im Vordergrund, sondern er. Und es ist ein feierlicher Rahmen, bei dem die Kammerphilharmonie unter Leitung von UMD Dr. Richard Hughey die Symphonie Nr. 3 in D-Dur von Franz Schubert spielen und der Ministerpräsident von Sachsen, Prof. Dr. Georg Milbradt, eine Grußrede halten wird.

Die Veranstaltung ist öffentlich, einer Anmeldung bedarf es nicht:
Freitag, 10. Februar, 14 Uhr im Audimax, Hörsaalzentrum der TU Dresden, Bergstr. 64

Einen Beitag mit der Vita von Eberhard Burger in der Wikipedia gibt es jetzt auch…

Zum Geburtstag :-)

Donnerstag, 02. Februar 2006

Happy Birthday
Felix ist nun ein Twen ;-)