New Kids on the Blog

Stefan HermannDass Weblogs allen helfen, die die Weltherrschaft erringen wollen, ist doch klar.
Also gibt es immer mehr davon. Stefan Hermann, der vielen als Sachsens bester Koch bekannt ist und drei Mal hintereinander den Köche-Oscar Sachsen erkocht hat, ist auf dem Weg zur Selbstständigkeit und hat als Start seiner eigenen Seite ein Weblog, das so langsam anläuft.
Da ich ihn dabei berate, werde ich es nicht weiter bewerten, sondern nur mal sagen: Hier entlang!

Nummer zwei aus der Gegend hat auch mit Essen und Trinken zu tun: Walthers, die sich offiziell noch mit dem beliebten Deppenapostroph schreiben (also Walther’s) und so gute wie leckere Säfte machen (ich schlürfe gerade Birne aus dem 3-Liter-Kanister), sind auch neu auf dem Blogmarkt – hier hatte indirekt Martin Röll die Ideenfinger mit im Spiel. Firmenchefin Kirstin Walther schreibt selbst und diskutiert auch mit (“ich kann einfach nicht sagen, was es damit auf sich hat”). Es lässt sich gut an – mal sehen, ob sie durchhält!

Eröffnung

In Bärenstein (Osterzgebirge) wurde in der Galerie im Geißlerhaus die Ausstellung “Staring at the Sun” mit Fotos von Dirk Jesse eröffnet. Sie ist noch bis zum April zu sehen – sonntags von 14 bis 18 Uhr und ansonsten nach Vereinbarung. Im Bild: An der Wand einige der Bilder, in der Mitte Anett Franz, die Galeristin, bei der Begrüßung. Ja, und sorry: Das ist so aus der Hüfte mit der Mobilquatsche geschossen!

Leuchttürme

Leuchttürme in DEin Leuchtturm wären sie gerne gewesen in der Wissenschafts-Landschaft, die 74 Universitäten, die sich mit insgesamt 319 Antragsskizzen um Graduiertenschulen, Excellenzcluster und Zukunftskonzeptionen bewarben. Nun haben Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat entschieden und die ihrer Meinung nach Besten benannt – die “Glorreichen Zehn” nennt SpiegelOnline sie. Sieht man sich die Karte links (© SpiegelOnline) an und malt ein rotes Kreuz durch Deutschland, so bemerkt man eine sehr harmonische Verteilung der Excellenz: Unten rechts drubbelt es sich, wie die Westfalen das nennen, wenn es eng wird. Die anderen drei Quadranten sind für je ein Türmchen gut: Ein detaillierteres Konzept einreichen sollen die RWTH Aachen, FU Berlin, Universität Bremen, Universität Heidelberg, Universität Freiburg, Universität Karlsruhe, LMU München, TU München, Universität Tübingen und Universität Würzburg.
Haben die Leute im Norden, Westen und Osten keine Ideen? Oder shiet de Dübel immer aupn grauten Haupn?

Die TU Dresden hatte sich offensichtlich auch beteiligt und galt, wenn SpOn Recht hat, sogar als Favorit: “Zu den in dieser Runde gescheiterten Favoriten gehören die Humboldt-Universität Berlin sowie die Technischen Universitäten in Darmstadt und Dresden.”

Du bist Deutschland – und ich bin Klowand

Jean-Remy von Matt hat in der Werbeszene eigentlich einen Respekt-Namen. Den hat er sich gerade verspielt, indem er mit Unverdautem um sich wirft: Weil viele die Du bist Deutschland Kampagne eher lächerlich statt hilfreich finden, jammert von Matt herum, dass es nur so eine Art hat. Nachlesen kann man das in epischer Breite bei Jens Scholz und dann auch bei Thomas Knüwer, Björn Ognigeni, Patrick Breitenbach, .rob und Johnny Häusler (links bei meiner Erstlesequelle Martin Röll gefunden) – mir gefällt sehr, dass der Protagonist einer Kampagne gegen Miesepetrigkeit die denkenden, schreibenden und publizierenden Weblog-Macher der Miesepetrigkeit beschimpft: “Von den Weblogs, den Klowänden des Internets” käme die Kritik. Und dann fragt er auch noch: “Was berechtigt eigentlich jeden Computerbesitzer, ungefragt seine Meinung abzusondern? Und die meisten Blogger sondern einfach nur ab.” Tja, Herr Kollege, wenn das so ist – dann bin ich eben Klowand…

klowand
PS: Die passende Internetseite gibt’s auch schon: klowaende.de

Web Null Punkt Null

Bilder vom treffen bei KonomuWährend alle Medienwelt vom Web 2.0 redet, findet im wirklichen Leben weltweit immer häufiger das Web 0.0 statt. Bloggertreffen, Flickrtreffen, Wikipediatreffen – alle wollen ihre virtuellen Bekannten und Bekanntinnen endlich auch einmal anfassen, riechen, beäugen. Das Internetz als Quelle der Vereinsamung? Dumm Tüch! Das ist ein gigantisches Blind Date, das irgendwann die gelbe Dreipunktbinde ablegt.

Es treffen sich die Dresdner Blogger, die Dresdner Wikipedianer, die Dresdner Flickrtypen – und es ist jedes Mal wie im wirklichen Leben: Man lernt sich kennen, man hat Spaß, man lacht, man sieht sich wieder oder auch nicht.

Heute beim Flickr-Treff in der BrennNessel trafen sich solche, die sich schon kannten und solche, die sich nicht kannten – und alle treffen sich wieder am 11. Februar. Web 2.0? Redet gerne drüber, macht Seminare, disputiert in Schlaukreisen. Web 0.0, sponsored by the Vielfalt of the Web, wird das wirklich große Ding.

Russische Kirche

Russisch-orthodoxe Kirche
Überraschung – und ich verstehe immer noch nicht, wie dieses feature “Interestingness” bei Flickr funzt: Das Bild oben hat es in kurzer Zeit auf einen (derzeitigen) Platz sechs in dieser Liste gebracht. Ebenso überraschend kam ein anderes Winterbild, das gestern noch gar nicht drin war in der Liste der täglich 500 besten Bilder, urplötzlich von null auf 160.
EingeschneitFreut einen doch!
Nein, und ich blätter nicht stundenlang in den Ergebnissen: Es gibt ein Programm, mit dem man schnell über die Positionierung informiert wird (auch darüber, dass die ehemalige Nummer 1 auf die 37 abgesackt ist).

Bei der Gelegenheit: Das gleiche Bild ist auch das Januar-Blatt des diesjährigen Dresden-Kalenders. Wer es noch nicht hat: Man kann sich das Blatt in ansehnlicher Größe downloaden, um es dann auszudrucken und an die Wand zu peppen…

Und für die Statistiker:
Januar-Blatt: Eingestellt am 1. Januar. 3 nennen es einen Favoriten, 109 haben es angesehen.
Kirche pur: Eingestellt am 14. Januar, bis jetzt Favorit für 25 Leute, angesehen haben es 294.

[Update am Abend]
Platz 1 für Interestingness 14. Januar, 55 Faves, 800 Angucker. Geht doch…

Another view at the Sun

Jaja, mit englischem Titel, damit sich andere freuen! Hier kreuzen sich jetzt zwei Miteilungslinien, denn die Ausstellungen im Geißlerhaus im winterlich verschneiten Bärenstein (das im Müglitztal) bekommen den Zähler “plus 1″ – und die Fotoausstellung von Dirk Jesse, die bei Linde zu sehen war, geht auf Wanderschaft, wobei sie sich leicht verändert.
Am 21. Januar um 16 Uhr findet die Vernissage von “Staring at the Sun” im Geißlerhaus statt. Der Einladung entnehme ich, dass ich die einführenden Worte sprechen werde (nein, im Ernst: Ich wusste es schon vorher :-) und Günter Mühle sein Cello mitbringen wird, um darauf zu spielen.
Die Ausstellung findet vom 22. 01. 2006 bis 09. 04. 2006 statt, und Einladende sind, wie stets, die um Kunst auf dem Land bemühten Anett und Karsten Franz.
Wenn jemand, der dieses liest, kommen möchte: Er oder sie ist hiermit im Namen des Künstlers und der Galeristen eingeladen.

Königliche Villa

Die Wege heißen Himmelsleiter, Panoramaweg und Königsweg: Was für ein freundliches Areal mag das sein? Es sind die etwa 2 Hektar des Königlichen Weinbergs in Wachwitz, die von diesen Wegen gequert werden. Die freundlichen Winzer der Weinbergsanlage “Pillnitzer Königlicher Weinberg” auf dem Wachwitzer Steinberg haben die mehr als 800 Jahre alte Anlage der Öffentlichkeit (wieder) zugängig gemacht – und die Öffentlichkeit nutzt die Wege, weswegen man selten allein durch die Hänge kreucht.
Königlich ist die Anlage, weil Prinz Friedrich August II. zwischen 1824 und 1854 mehrere Weinparzellen in der Gegend kaufte. Des Königs Weinberg war dem Wandel unterworfen: Ein 1825/26 gebautes Palais wurde schon 1893 wieder abgetragen (die Grundmauern erkennt man heute noch teilweise), die Königliche Villa entstand nur wenige Meter südlich (und ist heute noch zu sehen. Wan kann sie sogar kaufen. Haben Sie Geld und Konzept?).
Wie überall in Sachsen tobte zum Ärger der Winzer und zur Freude der Immobilienbranche die Reblaus um 1890 heftig, vernichtete die Weinstöcke und schuf so quasi den Baugrund, der dem in der Gründerzeit heranwachsenden Geldadel in feinster Lage sehr zupass kam.
Einige Flächen blieben vom Zusiedeln verschont und bieten heute Erholung wie auch Wein: Seit 1987 bewirten Freizeitwinzer den Weinberg. Früher wurde hier hauptsächlich Riesling angebaut, heute wachsen Müller-Thurgau, Weißburgunder, Grauer Burgunder und Traminer neben dem Riesling.