Archiv für Januar 2005

Wünsche 2005

Dienstag, 11. Januar 2005

Oh ja, liebes Team der Hoflössnitz! Das habt ihr gaaanz doll gemacht: Eine Mail an alle verschickt, die nur aus einer 9,9 MB großen Word-Datei besteht. In der steht das übliche Neujahrsgesülze – kein Problem…. (außer vielleicht, dass es erst am 11. Januar kommt). Aber warum Word? Weil ein ganz, ganz fantastisch nichtssagendes Hintergrundbild, graues Raster, dahinter liegt.
O Herr, schmeiß Hirn vom Himmel!

Grünkohltag

Sonntag, 09. Januar 2005

MettendenHeute ist Grünkohltag. Beim Herrn Scheuermann, wie ich gerade gelesen habe, aber auch bei uns – mit dem jährlichen Januar-Grünkohl-Essen bei Freunden.
Das Prinzip ist einfach: Barbara kocht einen Pott Grünkohl nach ostniedersächsischer Art und ich bereit ihn so zu, wie ich es in Ostfriesland, also in Westniedersachsen, kennen gelernt habe (mein Rezept). Beide schmecken sehr unterschiedlich, nicht zuletzt wegen der Würste (frische Mettwurst, die bei mir mitkochen… gegen separat gekochte Bregenwürste).
Insgesamt kommt es natürlich gar nicht auf das Essen an – sondern auf die nette Gemeinschaft, die Gespräche, den Spaziergang danach durch die Dresdner Heide
Ach, schön war’s wieder, und das Jahr kann seinen Lauf nehmen!

Du, Uli, brennst du?

Montag, 03. Januar 2005

In der Tat eine ungewöhnliche Frage, die Dirk mir da um 22.40 Uhr stellte. So ungwöhnlich, dass ich erst einmal nachhaken musste: Ich? Als ob bei vier Anwesenden die Zahl der anwesenden Ulis unüberschaubar wäre…
Ich sah also um mich, sah nach einiger Zeit nach rechts – und eine Erleuchtung überkam mich: Ja, ich brenne! Beziehungsweise der rechte Oberarm meines Google-Hoodies!
Ja, das brennt schön! Hat wahrscheinlich an einer der drei Kerzen auf dem von Felix handgezimmerten Rietfeld-Tisch Feuer gefangen…
So gut das auch aussah – Feuer muss gelöscht werden, und beherzt schlug ich mit der linken Hand die Flamme aus. Das lokal begrenzte Feuer wurde mit drei gezielten Schlägen gelöscht. Der Schaden begrenzt sich auf ein Loch im Hoodie und verbrannte linke Fingerkuppen, die gerade in Eisweinwasser gekühlt werden.
Leider hatte Dirk seinen Fotoapparat nicht mit, was sich im Nachhinein als Fehler herausstellte. Wir wollen trotzdem Freunde bleiben, denn ohne seine neugierige Frage wäre mir jetzt sicher warm ums Herzen…
[Update] Dirk hat meine Kamera geholt und das Loch im Arm mit den verursachenden Kerzen sowie die im Eiswasser Erholung suchenden linken Finger dokumentiert. Bei der Medizin am Rande des Bildes handelt es sich um ein in mittleren Dosen einzunehmendes Heilmitel namens “Almara” (Seleccion 2002, Bodegas Macaya. Navarra, 100% Tempranillo) – wirkt gut :-)
Feuer und Flamme Feuer und Flamme

Weißer Hirsch

Sonntag, 02. Januar 2005

Weißer HirschDer Weiße Hirsch, erfahren wir auf der Fahrt mit der Standseilbahn der Dresdner Verkehrsbetriebe von Loschwitz unten beim Blauen Wunder bergauf, sei der Nobelstadtteil von Dresden. Gewesen, wäre schon mal ein wichtiges Wort, und wieder im Werden – vielleicht. Auf jeden Fall ein interessanter Stadtteil, damals zur Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert und jetzt nach der Wende zum 21. Jahrhundert.
Weißer Hirsch – ein merkwürdiger Name, oder? Unsere erfahrene Dresdenführerin Birgit erzählt gerne die Geschichte, wie ein Albino-Hirsch gegen 1684 dort in den Wäldern der Dresdner Heide gesehen wurde, was derart beeindruckend war, dass fortan die Gegend wie genannt wurde? Richtig: Weißer Hirsch!
Wer dann fragt, ob die Geschichte wahr sei, erntet ein Achselzucken: Was ist schon verbürgt, wenn es um weiße Hirschen geht? Richtig ist jedoch die Jahreszahl 1685: Seitdem gibt es ein Gasthaus “Zum Weißen Hirsch” an der Straße von Dresden nach Stolpen.
1872 kaufte der Seifenfabrikant Max Ludwig Küntzelmann ein Gut und parzellierte es – der Grundstein für das Viertel, wie man es heute noch erlaufen kann. Dass es zu dem wurde, was es ist, liegt an Dr. med. Heinrich Lahmann. Der kaufte 1888 das Konkurs gegangene Fridabad und nannte es “Dr. Lahmanns Physiatrisches Sanatorium”.
Weißer HirschWeißer Hirsch
Die fortschrittlichen Heilmethoden des Dr. Lahmann zogen die Gäste an – der Weiße Hirsch entwickelte sich schnell zu einem Szene-Treff, wie man es heute nennen würde. Irgendwann nach der Jahrhundertwende gehörte es dann zum guten Ton, nach Dresden auf den Weißen Hirsch zu pilgern. Von 20 Kurgästen 1887/88 auf 7.416 im Jahr 1913 stieg die Zahl, darunter wahrscheinlich auch die reiche Variante von Kreti und Pleti, aber eben auch die Hohenzollern, Mitglieder der russischen Zarenfamilie, Schauspieler, Maler Künstler – die üblichen Verdächtigen, die heutzutage kurz drauf in der Gala stünden.
Das ist das Umfeld, in dem Wachstum stattfindet. Vom Kerngelände des Bades Weißer Hirsch ausgehend wuchs der Kurort. Villen entstanden – mit großzügigem Abstand zueinander. Es blieb nicht beim einen Sanatorium, Schüler von Lahmann wie Dr. Steinkühler oder Dr. Teuscher machten sich selbstständig. Und wo die reichen und Schönen sind, da wollen – alle sein. Also gab es dann auch bald mehr Häuser auf dem Weißen Hirsch, auch kleinere – zwischen den großen!
Weißer Hirsch Villa Eschebach
Insgesamt hat sich das Viertel seinen Charme erhalten. Die meisten Villen sind renoviert, einige trotzen in trübem DDR-braun der Neuzeit und dienen bei einem Spaziergang immerhin noch als Anschauungsmaterial, wie es hier heute ohne die 89er Wende aussähe – das wird nämlich sonst schnell vergessen! Bei anderen, wohlfeil sanierten Häusern, erschließt sich die bunte Vielfalt der Vergangenheit nicht: Das Haus Nr. 3 ist der 1906 vom Industriellen Eschebach gebaute Sommersitz, der nach 1945 eine Schule der Konsum-Genossenschaft und später ein Studentenwohnheim beherbergte, um ab 1972 als Kinderheim zu dienen. Heute ist das Haus wieder eine Wohnvilla, und man muss dem Herrn Eschebach neidlos Geschmack zollen, so bezaubernd liegt das Haus in der Landschaft, mit unverbaubarem Blick ins Elbtal.
Wohnhaus KaplanBevor wir nun in Dresden-typischer Weise im Alten schwärmerisch aufgehen: Es gibt auch Neues auf dem Weißen Hirsch. Wenig zwar, aber das ansehnlich: 1995 errichtete der Dresdner Architekt Walter Kaplan zum Beispiel ein eigenes Wohnhaus, das man kurz nach Verlassen der Standseilbahn rechterhand sieht – wenn man sich nicht gleich in den Luisenhof begibt, der eine wunderbare Aussicht über das Elbtal Dresdens bietet…

Bessert Euch drauflos!

Samstag, 01. Januar 2005

Spruch für die Silversternacht – von Erich Kästner

Man soll das Jahr nicht mit Programmen
beladen wie ein krankes Pferd.
Wenn man es allzu sehr beschwert,
bricht es zu guter Letzt zusammen.

Je üppiger die Pläne blühen,
um so verzwickter wird die Tat.
Man nimmt sich vor, sich zu bemühen,
und schließlich hat man den Salat!

Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen.
Es nützt nichts, und es schadet bloß,
sich tausend Dinge vorzunehmen.
Lasst das Programm! Und bessert euch drauflos!

Erich Kästner, Gesammelte Schriften für Erwachsene
Atrium Verlag, Zürich, 1969

[gefunden bei der verehrten Marie aka Cyberwriter]

Schiller und Dresden

Samstag, 01. Januar 2005

Wir wollen nicht vergessen, das Schillerjahr zu würdigen. Friedrich von Schiller, geboren am 10.11.1759 und gestorben am 9.5.1805, war nämlich dreimal in Dresden – nicht weil er die Stadt zu toll fand, sondern weil er hier einen Freund hatte: Christian Gottfried Körner.
Und was schrieb Schiller im Weblog des 18. Jahrhunderts – dem Brief? Die Dresdner sind “vollends ein rechtes, zusammengeschrumpftes, unleidliches Volk!” Gute Erinnerungen hatte er lediglich an die Tochter der Wirtin des Gasthofes Blasewitz, Johanne Justine Renner. Die taucht nämlich “Was? Der Blitz”" als “Gustel von Blasewitz” in “Wallensteins Lager” auf…

Dresden-Kalender 2005: Januar

Samstag, 01. Januar 2005

Dresden Kalender 2005Tradition, Dude! Natürlich gibt es auch dieses Jahr wieder einen Kalender – wer mag, kann ihn ausdrucken, ausschneiden und in eine CD-Box stellen: Das ist nämlich die passende Größe…
Das diesjährige Kalender-Motto ist das Weltkulturerbe Dresden – und das erste Motiv zeigt die Treppe zur Brühlschen Terrasse. Sie wurde 1814 auf Befehl des russischen Gouverneurs Repnin Wolkonski angelegt, um die barocke Gartenanlage des Grafen Brühl der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Johannes Schilling schuf 1868/1871 die Figurengruppen “Vier Tageszeiten”.
Das Bild stammt aus dem Dezember 2003, als in einer netten Aktion Frau Holle und Herr Petrus einmal passend zur Vorweihnachtszeit Schnee fallen ließen, der sogar liegen blieb.
Die genauen Kameradaten: 15.12.2003, 15.54, Minolta Dimage 7i

Jahreswechsel

Samstag, 01. Januar 2005

SilvesterSilvesterJahreswechsel 2004/2005 – wie in den drei Jahren zuvor mit Freunden bei unserem Lieblingsspanier mit vorzüglichem Menü (nur Dinge, die sonst nicht auf der karte stehen – und nur solche, von denen man gerne hätte, dass sie immer auf der Karte stünden!). Mitternacht auf der Königstraße in Dresden: Deutlich weniger Menschen flanierten vorbei, obwohl das Wetter in Ordnung war! Doch weniger geböllert wurde nicht. Holger hatte wie jedes Jahr eine große Reisetasche pyrotechnischer Wunderwerke aus seiner “Böllerbude” mitgebracht – als Abteilungsleiter der erntsprechenden Abteilung eines großen Kaufhauses ist das Pflicht!
Wir haben, kurz nach Mitternacht, im Reservierungsbuch für den 31. Dezember 2005 einen Tisch für vier Personen bestellt…
Un próspero año nuevo!
Happy New Year!
Frohes neues Jahr!
Kali Xroniá!