Die Sächsische Zeitung ist zwar – wie viele andere – rigide geworden, wenn es ums Nachlesen von gedruckten Artikeln geht. Wenn es ums Vor-Lesen geht, scheint man großzügiger zu sein: Heute via eine Suche in SZ-online gefunden: Ein Artikel vom 2. Oktober 2004 – das ist in fünf Tagen, wenn die Welt bis dahin nicht untergeht…
[Update: So sind se: Mit der Veröffentlichung des Beitrags verschwand er aus dem (kostenfrei zugänglichen) Netz. Blöd, das...]
Archiv für September 2004
Der Zeit voraus
Montag, 27. September 2004Wendelstein Hartenfels Torgau
Sonntag, 26. September 2004“Der Große Wendelstein am Johann-Friedrich-Bau des Schlosses Hartenfels zählt zu den Höhepunkten deutscher Baukunst. Die Konstruktion dieser spiralförmigen Wendeltreppe ist so kühn angelegt, dass ihr Erhalt bis zum heutigen Tag wie ein Wunder erscheint.
Ohne mittlere Stütze trägt die Treppe sich selbst. Stabilisiert wird die Treppenspirale nur durch sechs schlanke Pfeiler und die Brüstungsplatten, die sich dem Lauf der Treppe folgend empor schrauben. Jede einzelne Stufe ist sichelförmig aus einem Sandsteinstück herausgearbeitet. Nur ganz leicht legt sich jede Stufe an die inneren Seiten der Pfeiler und Brüstungen.
Überspannt wird das Treppenhaus von einem zarten Gewölbe, dessen Gewicht auf den schlanken Pfeilern ruht. Noch über dem Gewölbe liegt die sogenannte Spiegelstube, ein lichtes Turmzimmer mit Resten von Wandmalereien aus dem Cranach-Umkreis. Das große Gewicht dieser Turmstube einschließlich Dach und Giebeldiadem verhindert, dass die schlanken Pfeiler durch das aufliegende Gewölbe auseinander gedrückt werden.
Über die Jahrhunderte baufällig geworden, mussten die ausgetretenen Sandsteinstufen dringend restauriert werden. Zahlreiche Risse und schwerwiegende Verformungen an der Pfeilerkonstruktion ließen einen Einsturz befürchten. Mehr als 20 Jahre musste der Treppenturm gesperrt bleiben.” [Quelle]

Der Wendelstein von Schloss Hartenfels in Torgau. Aufgenommen am 18. September 2004 von UVS.
PS: Auch Happe war da!
Ameisen auf LSD
Mittwoch, 22. September 2004“Leider ähneln grosse Teile des Web oft einem Ameisenhügel, dessen Ameisen während des Baus auf LSD waren: Viele Sites fügen sich nicht in das grosse Bild und sind schwierig in der Benutzung, weil sie von den erwarteten Normen abweichen.”
Jakob Nielsen in der deutschen Fassung seiner Alertbox “Der Mangel an Webdesign-Standards”. Empfehlung: Komplett nachlesen.
Wählen gehen
Samstag, 18. September 2004Heute ist Wahltag in Sachsen – und wer es noch nicht per Briefwahl getan hat, sollte wählen gehen. Das Spektrum der Wählbaren ist bunt: dunkelrot, rosarot, grün, blau-gelb, schwarz. Braun ist keine wählbare Farbe, und wenn die Braunen auch ihre Prospekte grün pinseln, so glaubt ihnen nicht!

Rose vor dem Torgauer Schloss Hartenstein. Aufgenommen am 18. September 2004 von UVS.
Sunset
Samstag, 18. September 2004Proschwitz gegenüber von Meißen: Hier kommt der gute Wein her. Tolle Sonnenuntergänge haben sie auch dort auf dem Hochplateau rechts der Elbe!

Aufgenommen am 18. September 2004 um 19.30 Uhr von UVS.
Stadtführung in Torgau
Samstag, 18. September 2004Vergiss es. Die Dame hatte Tiefgang wie ein Gänsekiel auf dem Schlossteich. Im kostenlosen Infoblatt steht mehr, Merke: Nicht jede ABM ist sinnvoll. Nur gut, dass auf gleicher Route ein Torgauer seine Familienfeier durch die Stadt lotste. Der Mann wusste wenigsten was zu erzählen!
Essen in Torgau
Samstag, 18. September 2004Ein schöner sonnig warmer Tag in Torgau an der Elbe. Viele Gäste, weil die 2. Sächsische Landesausstellung ein Publikumsmagnet ist. Das Restaurant “Ricard” (”das kleine Lokal mit großer Küche”) wirbt mit drei Aufstellern für gutes Essen. Wir setzen uns hin, warten fünf Minuten und hören dann von der Bedienung: “Es gibt nichts mehr zu essen, die Küche ist überlastet”. Wir gehen – die Aufsteller bleiben.
Gleich nebenan ist das Hotel mit Restaurant “Goldener Anker”. Preise wie zu DDR-Zeiten, fast. Die Salatbeilage (Rotkohl, Weißkohl) zu jedem Essen auch. Aber es hat geschmeckt, und die Bedienung war feundlich. Geht doch!
www.sachsen-geht-waehlen.de
Donnerstag, 16. September 2004Heute schreibt Dirk Popp von ECC Kohtes Klewes in Dresden – ein lieber Kollege also. Wir zitieren in voller epischer Breite:
“Die aktuellen Umfragen zur Landtagswahl in Sachsen sehen die NPD bei neun Prozent und damit fast sicher im Landtag. „Braune auf dem Sprung ins Parlament. Bestandsaufnahme aus Sachsen“ – Spiegel TV zeichnet ein entsprechend düsteres Zukunftsbild; führende Politiker und fast die gesamte deutsche Medienlandschaft schließen sich an. Die sächsischen Bischöfe haben sich erstmalig gemeinsam politisch geäußert und vor möglichen Konsequenzen gewarnt.
Was der Einzug radikaler Parteien in den Landtag für Sachsen bedeutet, ist leicht abzusehen: Ein deutlicher Imageverlust, weniger Tourismus und Kultur, ein Rückgang der internationalen Investitionen und damit letztlich weniger Arbeitsplätze, weniger Wohlstand für unser Land.
Ein Szenario, das vor allem durch geringe Wahlbeteiligung erschreckende Realität werden könnte. Hier wollen wir mit unserer Aktion „Sachsen geht wählen!“ kurzfristig gegensteuern. Denn gerade radikale Parteien profitieren enorm von den Nicht-Wählern.
Daher unsere Bitte:
am Sonntag zur Wahl zu gehen.
Wer nicht wählen geht, wählt radikal!
Wir denken, dass die aktuelle Situation die Zivilcourage aller verlangt und haben deshalb die parteiunabhängige Initiative „Sachsen geht wählen!“ ins Leben gerufen. Mit dieser werden wir an die Presse gehen, Anzeigen schalten (soweit finanziell möglich), Postkarten drucken und verteilen sowie tausende E-Cards versenden. Die Initiative „Sachsen geht wählen!“ wurde von Privatpersonen und sächsischen Unternehmen gestartet, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Wahlbeteiligung zur Landtagswahl in Sachsen zu erhöhen. Die Aktion ist überparteilich und unabhängig und endet mit der Wahl am Sonntag (19. September).”
Also, bitte: Wählen gehen! Es gibt ‘ne Menge links von den Braunen…
Für die Demokratie und den Ruf Sachsens
Mittwoch, 15. September 2004“Vor den anstehenden Landtagswahlen in Sachsen erfüllt uns die zu erwartende niedrige Wahlbeteiligung mit Sorge. Die Beteiligung mündiger Bürger an den Wahlen ist die Grundlage unserer parlamentarischen Demokratie. Wenn jedoch nur noch jeder Zweite den Weg an die Wahlurnen findet, dann fehlt den Entscheidungen der gewählten Volksvertreter der Rückhalt, dann ist der Konsens unseres Zusammenlebens in Gefahr. Im selben Augenblick, in dem wir um die Verankerung der Demokratie in der Gesellschaft fürchten, hat eine unbelehrbare Gesinnung Einzug in viele sächsische Kommunalparlamente gehalten, um dort zum Beispiel – wie unlängst im Dresdner Stadtrat geschehen – die Abschaffung des Ausländerbeirates oder die Streichung der Finanzierung einer Synagoge zu fordern. Der Rechtsextremismus droht nun auch bei den Landtagswahlen am 19. September seinen Weg in das Parlament des Freistaates zu nehmen – aktuelle Umfragen bestätigen dies. Der Schaden für die Demokratie, für die politische Kultur, für den Ruf Sachsens als weltoffener Wirtschaftsstandort und als Kunstmetropole ist unabsehbar.
Die Wahlbeteiligung am 19. September wird für das relative Ergebnis von größter Bedeutung sein. Je mehr Bürgerinnen und Bürger ihr Wahlrecht nutzen, desto geringer ist die Chance der rechtsextremen Kräfte, ihre ewiggestrigen, intoleranten und inhumanen Anmaßungen auch im Parlament des Freistaates zu erheben. Die Wahlbeteiligung wird darüber hinaus die Stabilität unserer Gesellschaft und den Wertekonsens unserer Demokratie bestimmen.
Unterstützen Sie uns bei unserer Initiative für eine hohe Wahlbeteiligung!”
…schreibt mir Holk Freytag, Intendant Staatsschauspiel Dresden, der auch auf eine Veranstaltung der Dresdner Intendantenrunde unter dem Motto »Ihre Stimme – für die Demokratie und den Ruf Sachsens« aufmerksam macht, die am Donnerstag, 16. September um 18.00 Uhr in der Dreikönigskirche stattfindet.
Auf der Veranstaltung werden Vertreter der Kirchen, der Kultur, des Sports sowie der Wirtschaft sprechen. Zugesagt haben bereits: Bischof Jochen Bohl, Ev.-Luth. Landeskirche Sachsen; Nabil Yacoub, Ausländerrat Dresden; Rene Kalau, Jugendclub Theater Junge Generation; Roderich Kreile, Kreuzkantor; Frank Haubitz, Direktor Gymnasium Klotzsche; Sören Glöckner, Präsident Dresdner Monarchs; Claus Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden; Hendrik Strobelt, Student der TU Dresden; Martin Roth, Generaldirektor Staatliche Kunstsammlungen; Bischof Joachim Reinelt, kath. Landesbischof Sachsen.
Hingehen – und wählen gehen sowieso, auch wenn sonst zu nichts Zeit ist!
Referenz
Sonntag, 05. September 2004Aus dem wirklichen Leben:
“Wir werden allen, die uns anrufen, weil wir Ihr Referenzobjekt sind, die Wahrheit sagen!”
Da erblasste er.